Filmplakat

Kriegerin (Bildnachweis: Ascot Elite)© Ascot Elite

DVD-Cover (2012)

Kriegerin (Bildnachweis: Ascot Elite HE)© Ascot Elite HE

Kriegerin

Stab und Besetzung

Originaltitel: Kriegerin. Internationaler Titel: Combat Girls. Festivals: 28.06.2011 (Filmfest München). Kinostart: 19.01.2012 (DE). Verleih: Ascot Elite Filmverleih (DE). Länge: 103 Min. (Presseheft) bzw. 105:37 Min. (FSK). FSK: ab 12 Jahren (Freigabekarte). FBW: besonders wertvoll (Begründung).

Regie: David Wnendt. Drehbuch: David Wnendt. Kamera: Jonas Schmager. Schnitt: Andreas Wodraschke. Szenenbild: Jenny Roesler (Szenenbild), Arndt Kühne (Außenrequisiteur), Thomas Hainich (Innenrequisiteur). Kostümbild: Nicole Hutmacher. Maskenbild: Jana Schulze (Chefmaskenbilderin und Tattoos). Musik: Johannes Repka. Ton: Paul Rischer (Originalton + Sound Design), Paul Rischer & Silvio Naumann (Mischung).

Darsteller: Alina Levshin (Marisa), Jella Haase (Svenja), Sayed Ahmad Wasil Mrowat (Rasul), Gerdy Zint (Sandro) [in der Reihenfolge der Titelsequenz], Lukas Steltner (Markus), Sven Splettstößer (Uwe Trinkhaus), Anne Laszus (Melanie), Elias Raudith (Benny), Winnie Böwe (Andrea), Rosa Enskat (Bea) u.a. [in der Reihenfolge des Abspanns]

Inhalt

Synopsis (Presseheft):

Jung, weiblich, rechtsradikal. Marisa (20) ist Teil einer Jugendclique der rechtsextremen Szene in einer ostdeutschen Kleinstadt. Auf ihrer Schulter hat sie "Skingirl" tätowiert, vorne ein Hakenkreuz. Marisa schlägt zu, wenn ihr jemand dumm kommt. Sie hasst Ausländer, Schwarze, Politiker, Juden und die Polizei. In Marisas Augen sind sie alle schuld. Sie sind schuld daran, dass ihr Freund im Knast sitzt und alles um sie herum den Bach runter geht: Ihr Leben, ihre Stadt, das Land und die ganze Welt. In diesem Sommer wird sich alles ändern. Svenja, ein junges Mädchen, stößt zur Clique und geht Marisa gehörig auf die Nerven. Marisa und ihre Clique geraten mit Jamil und Rasul aneinander - zwei jungen Asylbewerbern, die hier in der Provinz gestrandet sind. Der Streit eskaliert, Marisa ist nicht zu bremsen. Ohne es zu ahnen löst sie eine Kette von Ereignissen aus, die alles komplett auf den Kopf stellen. Während Svenja immer tiefer in die rechte Szene rutscht, gerät Marisas Weltbild ins Wanken. Sie beginnt sich zu ändern, doch der Weg raus wird härter als sie ahnt.

Quelle: Ascot Elite Filmverleih (Presseheft) [PDF]

Auszeichnungen

  • 29. Filmfest München (29.06.2011): Förderpreis Deutscher Film - Drehbuch (David Wnendt) & Förderpreis Deutscher Film - Schauspiel weiblich (Alina Levshin)
  • 33. Bayerischer Filmpreis (20.01.2012): Nachwuchsregiepreis (David Wnendt) & Beste Nachwuchsdarstellerin (Jella Haase)
  • 62. Deutscher Filmpreis (27.04.2012): Bester Spielfilm in Bronze, Bestes Drehbuch (David Wnendt) & Beste darstellerische Leistung - weibliche Hauptrolle (Alina Levshin)
  • 15. Studio Hamburg Nachwuchspreis (31.05.2012): Bestes Drehbuch (David F. Wnendt) & Beste Produktion (Sophie Stäglich)

Förderpreis Deutscher Film - Drehbuch (Begründung):

Mit einem verstörenden Gewaltausbruch beginnt "Kriegerin" und zeichnet ab dann, bis in die letzte Faser dramaturgisch durchdacht, authentische und nuancierte Figuren. Bis zum Schluss hält der Film alles was er verspricht. Seinem herausragenden Drehbuch setzt David Falko Wnendt als Krone eine ebenso exzellente Regie darauf. Extremer Mut, null Klischees und die jungen Schauspieler machen "Kriegerin" in jeder Hinsicht zu einem Ereignis.

Förderpreis Deutscher Film - Schauspiel weiblich (Begründung):

Was für ein Auftritt: als Alina Levshin auf der Leinwand auftaucht, scheint nach fünf Minuten alles klar. Scheint ... denn was sich in der Rolle von Marisa und folglich im Gesicht, in der Sprache und in der Körperlichkeit dieses Mädchens entfaltet, ist buchstäblich atemberaubend. Man kann sich an Alina Levshin und dem gesamten Ensemble nicht satt sehen. Alina Levshin ist ein Versprechen für das deutsche Kino..

Bayerischer Filmpreis - Nachwuchsregiepreis (Begründung):

"Kriegerin" von David Wnendt erzählt von einem vermeintlich fernen Land und fremden Menschen, von deren Abgründen wir nicht einmal zu träumen wagten, bis sich unser Land im Herbst 2011 in der schrecklichen Realität des rechtsextremen Terrors wiederfand. Das von Nachwuchsregisseur David Wnendt gezeichnete Land mit rechtsradikalen, verblendeten jungen Menschen liegt mitten in Deutschland. Unbarmherzig genau und ohne einen Hauch von Klischee beschreibt er in "Kriegerin", warum junge Menschen und gerade junge Frauen zu Rassisten werden. Seine Leistung besteht nicht nur im Erspüren und Beschreiben dieses unfassbaren Zustands. Er entwickelt auch eine souveräne filmische Handschrift. Die Einheit von Thematik und formalem Können sind ein großes Versprechen eines jungen Regisseurs, von dem wir für die Zukunft noch Einiges erwarten dürfen.

Quelle: Bayerische Staatskanzlei, Pressemitteilung, 20.01.2012

Bayerischer Filmpreis - Beste Nachwuchsdarstellerin (Begründung):

Auffällig unauffällig kommt Jella Haase daher. Und bleibt deswegen in Erinnerung. Gleich in zwei Filmen des Jahres 2011, "Kriegerin" und "Lollipop Monster", blicken wir in ihr undurchdringliches Gesicht und entdecken dort etwas Seltenes: die Monstrosität des Nichts und der Leere. - Und gleichzeitig wird hinter dieser Maske in jedem Augenblick etwas anderes spürbar, ein Universum an Empfindungen und Gefühlen, das dort, im Innern, tiefgekühlt und scheinbar ungenutzt vor sich hinschlummert. Die extreme Divergenz zwischen Äußerem und Innerem spürbar und erlebbar zu machen, das ist Jella Haases Kunst.

Quelle: Bayerische Staatskanzlei, Pressemitteilung, 20.01.2012

Studio Hamburg Nachwuchspreis - Bestes Drehbuch (Begründung):

Hass bestimmt das Lebensgefühl, Gewalt prägt den Alltag. Das Drehbuch von David F. Wnendt springt direkt ins Geschehen, ist schockierend, macht atemlos. Es ist dem Drehbuch, das sich an keiner Stelle in der Tonalität vergreift, überall anzumerken, dass ihm zwei Jahre intensive Recherche und unzählige Interviews zugrundeliegen. Dabei gelingt es Wnendt erstaunlich routiniert, sein politisch brisantes Thema in einen temporeichen Thriller einzukleiden, ohne auf prägnante Dialoge zu verzichten. "Es gibt nicht viel, was du kannst" sagt die Mutter der Kriegerin und offenbart mit diesen Worten ihre ganze emotionale Not. Wnendts Buch zwingt den Zuschauer fast widerwilig in die Nähe seiner titelgebenden Antiheldin, die man nicht verstehen mag und deren persönlicher Tragik man sich am Ende doch nicht völlig verschließen kann.

Studio Hamburg Nachwuchspreis - Beste Produktion (Begründung):

So erschreckend wie glaubhaft beschreibt "Kriegerin" eine Gruppe von rechtsradikalen Jugendlichen in einer ostdeutschen Kleinstadt. Gedreht wurde in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Ein großes Ensemble, viele Komparsen, stilsichere Ausstattung, authentische Kostüme - erst eine fundierte Recherche und gründliche Vorbereitung machen eine solche Produktion möglich. Inhaltlich wie logistisch eine mutige Produzentenleistung mit einem unbedingt preiswürdigen Ergebnis.

Herr K. meint ...

Produktionsnotizen: Der Film ist eine Produktion von Mafilm Produktion (Produzenten: Eva-Marie Martens & Alexander Martens, Producer: René Frotscher) in Koproduktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel (Redaktion: Jörg Schneider) und der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf".

Filmzitate

Marisa (off): Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Boden hatten. Wir sind alle gleich. Es gibt kein Oben und kein Unten. [Pause] In einer Demokratie kann jeder mitbestimmen: Du, ich, Alkoholiker, Junkies, Kinderschänder, Neger, Leute, die zu blöd sind, ihren Hauptschulabschluss zu schaffen, Leuten [sic!], denen der Laden einfach scheißegal ist. Denen egal ist, wenn alles hier den Bach runtergeht. Aber mir ist es nicht egal. Ich liebe mein Land.

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: Freigegeben ab 12 Jahren.

FSK (Freigabebegründung):

Sozialdrama über eine junge Frau in der Neonazi-Szene, die ihren Hass auf Ausländer und die Gesellschaft in gewalttätigen Aktionen auslebt. Der Film schildert, wie das Auftauchen einer Konkurrentin in ihrer Clique und die Begegnung mit zwei Asylbewerbern langsam ihr Weltbild ins Wanken bringen. Durch seine Inszenierung bezieht das Drama eine klare Stellung gegen rechtes Gedankengut und Gewalt. Die Figuren werden an keiner Stelle vorbildhaft dargestellt, ihre Taten gerade durch ihre teilweise drastische Darstellung eindeutig verurteilt. Für 12-Jährige, die auch mit den Gewaltszenen bereits umgehen und sie in den Kontext der Geschichte einordnen können, besteht somit nicht die Gefahr einer sozialethischen Desorientierung. Durch seine Vermeidung von Klischees und platten Belehrungen sowie seine genaue Beobachtung der Figuren bietet ihnen der Film dagegen die Möglichkeit, Einblicke in das Wesen der Neonazi-Szene zu bekommen. Somit stellt der Film für diese Altersgruppe eine Herausforderung dar, ohne sie jedoch zu überfordern.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 13.12.12]

DVD-Kapitel

  1. Es ist Krieg ...
  2. Svenja [7:31]
  3. Gerammt [15:10]
  4. Blutiges Gras [22:13]
  5. Flucht [31:56]
  6. Der Nagel [39:39]
  7. Wieder frei [48:20]
  8. 88 [1:00:32]
  9. Opa ist gegangen [1:06:49]
  10. Nachricht in Rot [1:15:45]
  11. Die Kriegerin [1:22:44]
  12. Der Blick aufs Meer [1:31:45]

Quelle: Ascot Elite Home Entertainment (EAN: ...)