Filmplakat

Jud Süß - Film ohne Gewissen (Bildnachweis: Concorde)© Concorde

DVD-Cover

Jud Süß - Film ohne Gewissen (Bildnachweis: Concorde HE)© Concorde HE

Jud Süß - Film ohne Gewissen

Stab und Besetzung

Originaltitel: Jud Süß - Film ohne Gewissen. Kinostart: 23.09.2010 (DE). Verleih: Concorde Filmverleih (DE). Länge: 120 Min. (FSK). FSK: ab 12 Jahren (Freigabekarte). FBW: besonders wertvoll (Begründung).

Regie: Oskar Roehler. Drehbuch: Klaus Richter [Abspann: "unter Mitarbeit von Oskar Roehler & Franz Novotny"]. Kamera: Carl-F. Koschnick. Schnitt: Bettina Böhler. Szenenbild: Isidor Wimmer. Kostümbild: Thomas Oláh. Maskenbild: Björn Rehbein (Chefmaskenbildner). Musik: Martin Todsharow. Ton: William Franck (Tonmeister), Torsten Heinemann (Sounddesign), Hubertus Rath (Mischtonmeister).

Darsteller: Tobias Moretti (Ferdinand Marian), Martina Gedeck (Anna Marian), Moritz Bleibtreu (Joseph Goebbels) Justus von Dohnányi (Veit Harlan), Armin Rohde (Heinrich George) u.a. [in der Reihenfolge der Titelsequenz am Ende]

Inhalt

Synopsis (Presseheft):

Berlin 1939. Der mittelmäßig erfolgreiche, aus Österreich stammende Schauspieler Ferdinand Marian bekommt direkt von Joseph Goebbels die Rolle des "Jud Süß" in dem gleichnamigen NS-Propagandafilm angeboten. Die Regie soll Veit Harlan übernehmen. Eine einmalige Karrierechance für Marian. Hin- und hergerissen weigert er sich zunächst, vor allem wegen der Einwände seiner Frau Anna (...) und seiner Befürchtung, danach auf jüdische Rollen festgelegt zu werden. Doch nachdem Minister Goebbels (...) immer stärkeren Druck auf ihn ausübt, willigt er ein. Marian versucht, sich und seiner Frau einzureden, er könne die Rolle so spielen, dass der Titel-Bösewicht zum Sympathieträger würde. Doch selbst diese fromme Absicht macht sich der Film geschickt zunutze - sie steigert am Ende sogar noch dessen Wirkung auf die Massen. Marians Verstrickung in die Folgen dieser genau geplanten filmischen Propagandawaffe ist nicht mehr aufzuhalten.

Schon während der Dreharbeiten spitzt sich die Situation in seinem privaten Umfeld zu. Durch seine zunehmende Veränderung abgestoßen, entfremdet sich seine Frau von ihm. Im Gartenhaus der Familie hat zudem ein früherer Kollege von Marian, der jüdische Schauspieler Adolf Wilhelm Deutscher (...) Unterschlupf gefunden. Das Dienstmädchen Britta (...) verrät dies ihrem Freund, dem SA-Mann Lutz (...), der Deutscher verhaftet und deportieren lässt.

Marians persönliche Tragödie nimmt ihren Lauf. Der nationale und internationale Erfolg von JUD SÜSS, der bei der Festivalpremiere in Venedig auch einen italienischen Filmkritiker namens Michelangelo Antonioni begeistert, ist da nur ein kurzes, rauschhaftes Intermezzo. Zunehmend durchschaut der neue NS-Superstar die gesellschaftliche Wirkung seines Films und den verbrecherischen Charakter des Regimes, das seinen Freund Deutscher ins KZ steckt. Seine Alkoholexzesse und Seitensprünge sind verzweifelte Ablenkungsversuche - durch die er das Missfallen Goebbels' erregt. Um ihn unter Kontrolle zu bringen, lässt der Minister Anna deportieren. Doch das beschleunigt Marians Niedergang nur noch, auch seine tschechische Geliebte Vlasta (...) ist für ihn kein Halt. Vom größten Erfolgsfilm seines Lebens will er nichts mehr wissen.

Nach Kriegsende erlebt Marian, wie sich die anderen am Film beteiligten Künstler reinwaschen, allen voran Regisseur Veit Harlan (...). Bei einem Sommerfest in München begegnet er dem KZ-Überlebenden Deutscher wieder, der ihm von Annas Tod berichtet. Als er auch noch mit ansehen muss, wie Vlasta mit einem US-Soldaten intim wird, bricht er zusammen. Er setzt sich ins Auto für eine Fahrt ohne Wiederkehr.

Quelle: Concorde Filmverleih (Presseheft)

Herr K. meint ...

Der Abspann verrät: "Inspiriert durch die wissenschaftliche Veröffentlichung von Prof. Friedrich Knilli 'Ich war Jud Süß - Die Geschichte des Filmstars Ferdinand Marian' (Henschel Verlag, Berlin 2000)"

Filmzitate

Texttafeln am Ende des Films:

Bis 1945 sahen den Film "Jud Süß" über 20 Millionen Menschen in Europa. Nach dem Krieg wurde der Vertrieb des Filmes "Jud Süß" verboten - und ist es bis heute. // Der Regisseur Veit Harlan wurde der "Beihilfe zur Verfolgung" angeklagt und freigesprochen. er drehte in der Bundesrepublik noch einige Filme und starb 1964 während eines Urlaubs auf Capri. / Heinrich George, der Darsteller des "Herzogs" kam als "Repräsentant nationalsozialistischer Kulturpolitik" in Gefangenschaft des sowjetischen Geheimdienstes und starb 1946 in einem NKWD-Lager an den Folgen der Haftbedingungen. / Werner Krauß, der Darsteller der jüdischen Nebenrollen im Film, setzte seine Karriere nach dem Krieg fort. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof. // Ferdinand Marian erhielt nach dem Krieg Schauspielverbot und kam am 9. August 1946 ums Leben.

DVD-Kapitel

  1. Auf der Bühne
  2. Die Hauptrolle [9:37]
  3. Furchtbar schrecklich [18:52]
  4. Herr Deutscher [26:03]
  5. "Ich nehme diese Rolle nicht an" [31:46]
  6. Auf dem Empfang [38:16]
  7. Erste Aufnahmen [47:46]
  8. Der Dolmetscher [53:28]
  9. "Subtile Manipulation" [1:01:50]
  10. Premiere in Berlin [1:08:37]
  11. Fliegeralarm [1:16:21]
  12. Abgeholt [1:23:22]
  13. Gescheitert! [1:30:25]
  14. Das Sommerfest [1:40:34]
  15. Ein jähes Ende [1:47:07]